Haarausfall Frauen

  • 15, Mar, 2011
  • admin

Haarausfall bei Frauen kann genetische Ursachen haben. Erblich bedingter Haarausfall tritt bei Frauen meist erst nach den Wechseljahren auf. Meist dünnt sich das Haar entlang des Scheitels aus, sodass die Kopfhaut durchschimmert.

An den Schläfen und am Hinterkopf bleibt die Haardichte normal. Völlig unbehaarte, kahle Stellen, treten sehr selten auf. Etwa 40 Prozent der Frauen sind von dieser Form des Haarausfalls betroffen. Die Ausprägung ist aber sehr unterschiedlich.

Ursache der androgenetischen Alopezie ist auch bei der Frau das Testosteron. Dieses männliche Sexualhormon wird bei der Frau in kleinen Mengen in den Eierstöcken und in der Nebennierenrinde produziert. Das Hormon wird in das Blut abgegeben und mit dem Blutkreislauf an die Zielzellen, z. B. die Haarfollikel, gebracht. An den Zielzellen wird mit Hilfe eines Enzyms, der 5-alpha-Reduktase, das Testosteron in seine wirksame Form verwandelt, in das 5-alpha-Dihydrotestosteron, kurz DHT. DHT bindet sehr leicht an den Testosteronrezeptoren der Haut und der Haarfollikel an.

Bei Frauen werden selten erhöhte Androgen-Blutspiegel festgestellt. Durch Vererbung reagieren  aber die Haarwurzeln betroffener Frauen empfindlicher auf das DHT. Aus diesem Grunde ist selten eine Blutuntersuchung zur Feststellung der Blutspiegel notwendig. Zeigen sich aber neben dem Haarausfall weitere typische Zeichen einer Vermännlichung, z. B. Bartwuchs oder Veränderungen im Körperbau vor, so sollte eine Hormonuntersuchung durchgeführt werden.

Haarfarben, Tönungen, Blondiermittel oder Dauerwellen haben zwar Auswirkungen auf den Haarschaft und können evt. das Haar schädigen. Auf den Verlauf der androgenetischen Alopezie haben sie aber keine verstärkende Wirkung. Dagegen kann Frisur und Haarpflege eingesetzt werden, um vermehrte Haarfülle im Scheitelbereich zumindest optisch zu erreichen.

Obwohl Frauen nahezu genau so häufig unter Haarausfall leiden, wie Männer, ist Haarausfall bei Frauen weit weniger akzeptiert. Sie leiden entsprechend stärker darunter.

Das ist ein Grund dafür, dass in schweren Fällen die Kosten für eine Haartransplantation von den Krankenkassen übernommen werden. Es empfiehlt sich aber unbedingt, vorher mit der Kasse Kontakt aufzunehmen.

Eine Haartransplantation ist nicht für jeden Betroffenen geeignet. Entzündliche Prozesse oder eine Autoimmunkrankheit sind Kontraindikationen. Die Methoden sind heute schon sehr weit entwickelt. Je nach Methode und Fläche entstehen Kosten in Höhe von 5.000 € bis 50.000 €.